Allein im Museum

31.05.11 17:55 von Ronald Wellach 1 Kommentare

Eine befreundete Lehrerin hatte mir den Tipp gegeben: Peter Klasens Kunst zwischen Pop-Objektkunst und postmodernem Real-Eklektizismus lohne sich auf jeden Fall, würde auch gut präsentiert in St. Annen. Und dann war ich eines Mittwochnachmittags tatsächlich ganz allein im Museum...

Als Besucher mit der Bereitschaft, die Kunst als Anlass zur Auseinandersetzung angemessen "ernst" zu nehmen, gefiel mir das außerordentlich. Ich konnte mich mit Peter Klasens Bildern regelrecht unterhalten. Es hörte meinem Gemurmel ja keiner zu, keiner beschwerte sich, keiner hielt feinsinnig-lautstarke Vorträge, wie man das andernorts regelmäßig erleben kann.

Aber als Marketingprofi irritierte mich die Leere in dieser wunderbaren Ausstellung schon ziemlich. Was läuft da kommunikativ-werbetechnisch schief?

Die besagte Lehrerin hatte später eine einfache Doppel-Erklärung für mich: "Wenn die Leute Zeit hätten, haben die Lübecker Museen ja geschlossen - nämlich ab 17.00 Uhr. Und auf der Website sucht man Besuchsanreize vergebens, selbst die nötigen Basis-Infos muss man sich zusammenkramen. Wieso macht ihr Lübecker für eure Museen nicht richtig Werbung?" - Ich konnte die Frage nicht beantworten. Aber auf die Museen-Website habe ich danach geschaut. Hm, sehr lebendig geht es da in der Tat nicht zu. Gediegen-sachlich-nichtssagend, würde ich sagen. Bloß nicht auffallen. Peter Klasen würde es anders machen.

Nun sind die vielen bitterbösen und zugleich scharfsinnig-witzigen Bilder Klasens fort, seit vorgestern, wie man mit einiger Suchmühe dieser allzu schlichten Website schließlich doch entnehmen kann. Wie viele Besucher mögen diese große Welt-Kunst eines geborenen Lübeckers und "gelernten" Franzosen wohl gesehen haben? Wir warten gespannt auf die Jahresbilanz der Lübecker Museen...

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Ja, genau so ist es mit auch ergangen - allein im Museum, auch im Behnhaus, was herrlich ist, und vielleicht sollte man sich gar nicht beschweren darüber, dass die schönen Lübecker Museen nur in der Museumsnacht gut besucht sind. Denn schließlich genießt man den Luxus, all die Kunst in Ruhe studiern zu können. Aber es tut auch weh. So wertvolle, interessante Objekte - und kaum einer nimmt sie wahr. Warum gibt es denn keine bessere Präsentation im Netz, warum gibt es keine Werbestrategie, die über die Museumsnacht und Angebote für Lehrer hinausgeht? Das wüsste ich wirklich gern.

04.06.11 Barbara Weber

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