Geniner Wunschdenken, Teil 2
13.10.10 09:00 von Andrea Keil 0 Kommentare
Um Missverständnissen vorzubeugen: Ich mag Genin, mag das Schrundige dieser Gegend. Deswegen fahre ich in meiner gen(u)inen Geschichte fort. Ich fahre also Genins Flanke ab, den Blick über den Kanal auf die eingewachsenen kleinen Gartenhäuschen mit den Bootsanlegern und den davor parkenden Bötchen gewandt, durch die eine Lehrerin ihre Kinder scheucht. Während mir auf dem holperigen Kopfsteinpflaster abwechselnd keuchende Jogger und ächzende Brummis entgegenrumpeln. Hier befinden sich Tischlerschuppen und Holzgroßhandel, Pflegedienst und Kartbahn, Tennishalle und Gasanstalt. Es dominiert eine Hinterhof- und Lagerhallenromantik mit Waschbetonplatten und stillgelegtem Schienenverkehr neben lieblicher Silberweide und goldgelbem Solidago. Eigentlich sehr schön hier, wenn nicht die hohen Stacheldrahtzäune garstig in die Luft ragen und Müll von einem gewissen amerikanischen Schnellimbiss herumliegen würde. Können die ihre Kunden nicht besser erziehen? Könnte hier am Kanalufer nicht ein Café mit Gartenterrasse Suppen-, Mandel- und Schokoladen-Köstlichkeiten anbieten, die direkt nebenan produziert werden? Dazu Fahrräder (vom örtlichen Händler) zum Ausleihen, damit der anrauschende Autofahrer problemlos umsatteln und einmal bis zur Schleuse hinab fahren kann? Wie, die kennen Sie nicht?
Daraus entspringt eine Vision: Die Männer geben ihre Frauen im Café ab, während sie genüsslich im Baumarkt Bretter kaufen. Oder: Die Frauen geben ihre Männer im Café ab, während sie ihren „body“ in der Gymnastikhalle „stylen“. Während dessen krachen die Kinder durch die Karthalle. Es gäbe übrigens auch noch andere Ideen. Davon demnächst mehr.









Einen Kommentar schreiben
Einen Kommentar schreiben